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7. Februar 2019

Studierendenwerk schließt Wohnheim am Torminweg

Wie uns durch die Übermittlung eines Informationsschreibens für Mieter*innen bekannt wurde, soll die Wohnanlage des Studierendenwerks am Torminweg und Köhlweg zum 31.03.2019 geräumt werden. Als Grund wird angegeben, dass die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), den Raum benötigt, um die Nachwuchskräfte des Zolls zu beherbergen, die auch in Münster studieren.

Wir sehen diesen Vorgang äußerst kritisch. Anstatt den benötigten Wohnraum neu zu schaffen, betreibt der Bund unmittelbar künstliche Wohnraumverknappung. Die ohnehin geringe Zahl von Wohnheimplätzen in Münster wird damit weiter nach unten gedrückt, da rund 120 Plätze weniger für Studierende zur Verfügung stehen. Dadurch werden nicht nur Studierendenschaft und Studierendenwerk, sondern letztlich der gesamte örtliche Wohnungsmarkt unnötig belastet. Ein derart kurzsichtiges Vorgehen einer Bundesanstalt lässt auf mangelndes Problembewusstsein bei den entsprechenden Verantwortungsträger*innen schließen.

Dass bei gleichzeitiger öffentlichkeitswirksamer Problematisierung der Wohnungsnot nicht nur konstruktive Lösungen ausbleiben, sondern die erkannten Probleme durch fragwürde Maßnahmen noch verstärkt werden, ist ein Armutszeugnis für die aktuelle Wohnungspolitik. Es muss zeitnah Ersatz für die verlorenen Plätze gefunden werden, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Münster nicht noch weiter eskalieren zu lassen.

Philipp Terstappen
Referent für Sozialpolitik

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