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29. Juni 2021

Studierende wurden zu lange ignoriert: Kundgebung vor dem Landtag am 23.06.2021

Am 23.06.2021 wurde im Landtag in Nordrhein-Westfalen ein Antrag der SPD Fraktion zur Lage der Studierenden während der Corona-Pandemie diskutiert. Er beinhaltet Forderungen nach flächendeckende Hilfsangeboten für Studierende. Dies nahmen die bundesweite Studierendenvertretung fzs, die landesweite Studierendenvertretung LAT NRW sowie viele lokale Studierendenvertretungen zum Anlass, im Rahmen einer Kundgebung auf die desolate Lage der Studierenden in der Pandemie aufmerksam zu machen.

“Der fzs begrüßt die Initiative der SPD-Landtagsfraktion, die Lage der Studierenden endlich in den Blick zu nehmen. Denn die Pandemie und die damit zusammenhängenden Lockdowns führen zu einer verstärkten ökonomischen Unsicherheit, psychischer Belastung unter Studierenden und gegebenenfalls einer Verlängerung des Studiums”, sagt Carlotta Kühnemann, Vorstandsmitglied vom freien zusammenschluss von student*innenschaften und ergänzt: „Der Antrag kommt allerdings zu spät. Seit über einem Jahr herrscht die Pandemie vor, aber die Situation der Studierenden blieb unverändert. Wir fühlen uns nicht gehört und vergessen.“

Amanda Steinmaus vom Landes-ASten-Treffen NRW fügt hinzu: „Armin Laschet ist es wichtiger, überstürzt die Präsenzlehre an NRW-Hochschulen wieder zu erlauben, anstatt Studierenden die notwendigen Hilfen zu eröffnen: Es braucht Impf- und Testangebote sowie finanzielle Hilfe vom Land und psychologische Konzepte für die Hochschulen. Insbesondere Studierende aus Arbeiter*innen-Familien haben in der Pandemie stark gelitten und mussten sich vielfach exmatrikulieren und Schulden aufnehmen. Alle vorangegangenen Bemühungen um mehr Bildungsgerechtigkeit werden so zerstört.“

„Der Situation von Studierenden wurde lange Zeit wenig Beachtung geschenkt. Dass die letzten drei Online-Semester erhebliche Auswirkungen aufs Wohlbefinden von Studierenden hatten und haben, spüren wir als Studierendenvertretung sehr. Auch eine unter unseren Studierenden durchgeführte Umfrage zeigt, dass die finanzielle, psychische und soziale Situation sich enorm verschlechtert hat“, so Jaroslaw Kesselmann, Referent für Hochschulpolitik vom Allgemeinen Studierendenausschuss der FH Münster. Marie Diekmann aus dem Sozialreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni Münster ergänzt: „Zu ähnlichen Ergebnissen sind wir auch bei unserer zweiten Umfrage unter Studierenden während der Pandemie gekommen. Hier braucht es nun Handlungen seitens des Landes, die Perspektiven aufzeigen und den Hochschulen ermöglicht, adäquat auf die Bedürfnisse von Studierenden zu reagieren und zeitnah eine gesundheitlich vertretbare, gerechte und solidarische Öffnung- und Unterstützungsstrategie für Hochschulen zu erarbeiten.“

„Wir werden uns weiterhin auf politischer Ebene dafür einsetzen und den Druck erhöhen, dass die Stimmen der Studierendenschaften endlich gehört werden“, so die beiden Münsteraner ASten bei der Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf.

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